Allgemein etwas zum Cigarrentabak
Die Entdeckung und Verbreitung der Tabakpflanze (lat. Nicotiana), verdanken wir einem Seefahrer, der unbedingt im Jahre 1492 einen neuen Seeweg nach Indien finden wollte. Ich denke, ihr wisst alle, wer gemeint ist, nämlich Christoph Columbus. In den folgenden Zeilen soll der Tabak vom Saatkorn bis zum Tabakballen im Lagerhaus verfolgt werden.
Ich möchte dabei nicht so ins Detail gehen, denn dafür gibt es sehr gute Cigarrenbücher in der Fachbuchhandlung.
Bei den Ureinwohnern der damals neu entdeckten Welt wurde er unter anderem auch für religiöse Zwecke benutzt, und war in Europa, wie vieles zur damaligen Zeit, nur dem Adel vorbehalten. Zu Beginn des 18.Jahrhunderts war der Tabak in Cigarrenform bei uns noch sehr selten, er wurde, wenn überhaupt, nur in Pfeifen geraucht. Zu Beginn des 19.Jahrhunderts begann langsam die richtige Verbreitung, von Spanien ausgehend, in ganz Europa und ein neuer Wirtschaftszweig entstand.
Die Tabakpflanze ist ein Nachtschattengewächs, und die typischen Anbaugebiete liegen deswegen bevorzugt in Äquatornähe, wo Tag und Nacht relativ gleich lang sind und ein tropisch feuchtes Klima herrscht. Die Qualität und Beschaffenheit des Bodens ist aber genauso wichtig, wie die geografische Lage. Auch in der Schweiz wird Tabak angebaut, z.B. in der Nähe von Murten (FR), Payerne (VD) also im Seeland, aber auch etwas kleine Mengen im Tessin. Der hier bei uns angebaute Tabak wird jedoch vor allem durch die Zigarettenindustrie in der Schweiz verwendet.
Im August, September werden die Tabaksetzlinge eingepflanzt, nach ca. 45 Tagen sind sie ca. 15-20 cm hoch und können nun in das vorbereitete Feld umgesetzt werden. Die Pflanzen brauchen erneut bis zu 50 Tage, bis sie die volle Blüte erreicht haben.
Dann werden die Blüten entfernt, damit das volle Wachstum in die Blätter geht.
Jetzt kann die Ernte beginnen, die natürlich von Hand stattfindet. Es werden nur die reifen Blätter geerntet. Die Ernte kann sich dadurch bis auf eineinhalb Monate hinziehen.
Die geernteten Tabakblätter werden in ein so genanntes Tabakhaus gebracht, wo sie zum Trocknen auf langen Holzstangen in Bündeln, für etwa 3-8 Wochen aufgehängt werden. Durch das Trocknen der Blätter ändert sich ihr Aussehen von gelblich golden bis zum braunen Farbton hin, wenn auch noch sehr unregelmässig.
Jetzt werden die Blätter zur ersten Fermentation zu hohen Stapeln aufgeschichtet. Das erste Fermentieren dauert ungefähr einen Monat. Durch häufiges Umschichten wird die Temperatur im Inneren des Stapels konstant auf ca. 35°C gehalten. Diese erste Phase dient dazu die Blätter geschmeidiger für die Verarbeitung zu machen, und der braune Farbton der Blätter wird ebenfalls gleichmässiger.
Bei der zweiten Fermentierung, werden die Blätter abermals zu noch höheren Stapeln geschichtet. Durch diese hohen Stapel wird ein stärkerer Fermentierungsprozess als beim ersten Mal in Gang gesetzt. Auch hier soll die Temperatur durch das gezielte Umschichten der Blätter, ca. 42°C nicht übersteigen.
Zur Fermentierung ist noch zu sagen, dass zum Beispiel die Maduro-Blätter eine höhere Temperatur für ihre dunkle Farbe brauchen. In einigen Büchern steht auch geschrieben, dass einige Premium-Cigarrenhersteller ihrem Tabak eine dritte Fermentation gönnen, aber bei der geheimen Rezeptur zur Verarbeitung seines Cigarrentabaks lässt sich verständlicherweise keiner so gern über die Schulter schauen. Die vorher genannten Zeit- und Temperaturangaben, sind Werte, die je nach Tabakart und Verwendung unterschiedlich sein können.
Wenn die mehrfache Fermentation abgeschlossen ist, werden die Tabakblätter auf Holzpritschen gelegt, damit sie ihre letzte, unerwünschte Feuchtigkeit verlieren. Sind die Blätter genügend getrocknet und haben sie sich von der anstrengenden Fermentation erholt, werden sie sortiert, zu Ballen verpackt und in die Lagerhäuser gebracht. Die anschliessende Lagerung kann sich über Monate bis zu Jahren erstrecken. In der Regel sollte für eine handgerollte Puro eine Lagerdauer des Rohtabaks von drei Jahren nicht unterschritten werden.
Wie wir sehen und lesen können, Cigarren müssen nicht immer nur aus Kuba kommen.
Der Aficionado hat schon lange entdeckt, dass noch weitere Länder in der Karibik erstklassige Puros herstellen können:
Nachstehend einige Bilder und Hinweise zu den einzelnen Ländern aus welchen wir Cigarren anbieten.